Der Nationalpark Schweiz findet sich im Kanton Graubünden (Engadin) 1400 m ü.M. (Clemgia/Scuol) - 3174 m ü.M. (Piz Pisoc) und umfasst ein besonders eindrück-liches Stück alpiner Landschaft mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt. Mit 172 km2 ist er das größte Schutzgebiet der Schweiz und der einzige Nationalpark.

Der Schweizerische Nationalpark wurde 1914 als erster Nationalpark der Alpen und Mitteleuropas gegründet - ein Meilenstein in der Naturschutzgeschichte.

Im Nationalparkgesetz von 1980 lesen wir: »Der Nationalpark ist ein Reservat, in dem die Natur vor allen menschlichen Eingriffen geschützt und namentlich die gesamte Tier- und Pflanzenwelt ihrer natürlichen Entwicklung überlassen wird.«

Im Nationalpark werden keine Tiere gejagt, keine Bäume geschlagen, keine Wiesen gemäht. Es herrschen dort Zustände, wie sie vor dem Eintreffen des Menschen vor 5000 Jahren überall geherrscht haben.

Dank wissenschaftlicher Forschung ist es möglich, die Veränderungen im Nationalpark zu dokumentieren. Von besonderer Bedeutung ist die Langzeitforschung, die das Verständnis der natürlichen Prozesse ermöglicht.

Im Nationalpark Schweiz leben 30 Säugetierarten und über 100 Vogelarten, davon 60 Brutvogelarten.
Der außergewöhnliche Reichtum an Alpentieren wie Gämsen, Hirsche und Murmeltiere sind eines der Markenzeichen des Nationalparks. Die großen Raubtiere Wolf, Luchs und Bär wurden im 19. Jahrhundert ausgerottet und haben das Gebiet des Nationalparks seither nicht wieder besiedelt.

Der Nationalpark übt auf Hirsche eine große Anziehung aus. Da hier die Störungen des Lebensraumes gering sind, sind die Tiere ihrer Art gemäß auch tagsüber aktiv - und nicht wie in bejagten Gebieten ausschließlich nachtaktiv. Besucher haben die einmalige Möglichkeit, den Hirsch auch bei hellem Tageslicht zu beobachten. Nirgendwo in den Alpen ist es in gleicher Weise möglich zuzuschauen, wie Hirschkälber spielen, Hirsche röhren, kämpfen oder ruhen. Die Tiere sind aber nicht vertraut geworden, sie haben ihre Fluchtdistanz gewahrt. Dies hängt auch damit zusammen, dass das Schalenwild seinen Aktionsradius meist über die Nationalparkgrenzen hinaus ausdehnt, wo Jagd betrieben wird.

Etwa 150.000 Besucher kommen jedes Jahr in den Nationalpark Schweiz, den Naturfreunde auf 80 km offiziellen Wanderwegen, davon zwei alpinen Routen, erkunden können.

Informationen:
Schweizerischer Nationalpark
Nationalpark-Haus
CH-7530 Zernez
Tel. 0041/81/8561282
Fax 0041/81/8561740
www.nationalpark.ch

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